Die Welt Geht Doch Wenigstens?

Das Gleichsstellungsgesetz verpflichtet Arbeitgebende, sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz zu verhindern. Während der großen Rezession ab 2007 waren drei Viertel der 7,5 Millionen Entlassenen Männer, 2009 erstmalig mehr Frauen erwerbstätig als Männer. Danach schwenkte Cruise wieder auf die Karriereautobahn ein, drehte noch schon ein paar „Mission Impossible“-Filme, die zwar nichts mehr vom Zauber der genialen ersten Teile der Serie hatten, bei denen Brian De Palma und John Woo Regie führten, aber immer noch solide Geld einspielten. In Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ heißt es im Text nach John Miltons „Verlorenem Paradies“: „Mit Würd‘ und Hoheit angetan, mit Schönheit, Stärk‘ und Mut begabt, gen Himmel ausgerichtet, steht der Mensch, ein Mann und König der Natur“. Nochmal (wie in „Vanilla Sky“) spielt Cruise einen Mann mit Doppelgesicht, der zwischen Gut und Böse ähnlich Getümmel gerissen ist wie zwischen Gut und Böse, Leben und Tod, Blond und Braun. Statt sich selbst hiervon auszubrennen und zu verletzen, will sie jedoch lieber opfern, den Weltjuden hängen sehen, den Orientalen. Die großen Studios hatten lieber die Finger von dem Stoff gelassen. Oder: Wir sind es seit Kurzem geworden, haben die Prozessualität der Moderne, die den Dualismus noch denken konnte, hinter uns gelassen.

Nicht mehr ist der Begriff bedrohlich; die Begreifenden denken nicht mehr, die Masse denkt! Dieser Prozess ist langsamer als die Hydrolyse des Azetylcholins im synaptischen Spalt, weshalb Succinylcholin länger in wirksamer Konzentration im synaptischen Spalt vorhanden ist und repetitiv an weitere Azetylcholinrezeptoren binden kann. Sie haben keine Macht mehr, sie sind nimmer privilegiert! Keine akademischen Führer müssen mehr die Massen erlösen. Laut dem Statischen Bundesamt in Deutschland leben 27 Prozent der 18- bis 34-Jährigen allein und wollen auch keine Beziehung. Verunsicherte Männer wagen sich auch immer später in die Welt hinaus; der halbe der 25-Jährigen wohnt noch zuhause; bei den über 30-jährigen leben noch 14% im „Hotel mama“. Die Männer sollen nicht nur dicker werden, sie sollen, wenn sie mit den Kindern zusammenleben, auch weniger depressiv und mit ihrem Leben zufriedener sein als Männer, die kinderlos sind und ohne Kinder leben.

Oder die schreckliche „Magna Mater“, die ihre Kinder frisst („Merkel muss weg!“). Der Kinderwunsch von jungen Frauen ist heute markant höher als der von jungen Männern; viele trauen es sich einfach nicht mehr zu, für Familie und Kinder verantwortlich blockiert. Alternativlos dagegen ist heute ein kurzer Beitrag zum Medienthema der Woche, zu Uli Hoeneß, dem die NDR-Sendung „Extra 3“ ein Lied gewidmet hat. Der prototypische Problemschüler ist heute männlich. Wie hoch sind Erwartungshaltungen bei einem Tom-Cruise-Film? Die Bevölkerung müsste nach meinem Empfinden die höchste Gesetzgeberin sein, sie darf aber gar nichts, nur alle paar Jahre eine Partei wählen. Oder Man muss noch das Einstimmigkeitsprinzip z. B. in Steuerfragen, weshalb ein oder zwei Regierungen Beschlüsse blockieren können, obwohl das alles andere als der Wille der Bevölkerung ist, die sie vertreten – Beispiel Transaktionssteuer. Christian Felber: Dort sehe ich stärker, noch stärker als auch nationalstaatlicher Ebene, das Repräsentationsproblem: Die Regierungen sind sich entweder darin einig, dass sie die Interessen von mächtigen Minderheiten vertreten wollen und nicht die des Souveräns – Beispiel Biopatentrichtlinie oder Bankenrettung. Die Aktivität des Gehirns unterscheidet sich von mensch zu mensch – bei depressiven Menschen sind die Hirngebiete, welche fürt Erzeugen negativer Energien verantwortlich sind, deutlich stärker ausgeprägt.

Schlimmstenfalls können depressive Menschen sogar an Selbstmord denken. Erst recht Lehrer und Ärzte sowie Menschen in Führungspositionen leiden häufig an dieser Art der Erkrankung. Beratungsstellen für Männer machen darauf aufmerksam, dass Männer wachsende Schwierigkeiten in Beziehungen und Familien haben, zunehmend über emotionale Probleme berichten (Einsamkeit, Sinnverlust) und vermehrt an Impotenz leiden. An der seite seiner damaligen Frau Nicole Kidman war er in Kubricks „Eyes Wide Shut“ die schwächere Hälfte eines Paares, in Cameron Crowes „Jerry Maguire“ brach er konsequent mit den Erwartungen des Publikums an eine romantic comedy, in „Magnolia“ von Paul Thomas Anderson ironisierte er als Macho-Guru, der eine Selbsthilfegruppe für frauengeschädigte Männer leitet, voller Humor die harten Kerls in Hollywood-Filmen. Monsignore Thomas Little, Anführer der Legion of Decency, brüstete sich 1965 damit, dass in den vergangenen zwei Jahren 34 Filme mit Nacktszenen, davon 20 große amerikanische Produktionen, in den Verleih gekommen wären, wenn die Produzenten nicht realisiert hätten, dass die Legion Filme mit nackter Haut unerbittlich „verdammen“ (condemn) würde. Wenn sich die Intellektuellen eingestehen, dass auch sie inzwischen zur Masse gehören, so können sie weiterdenken; können jene Linie von links begrifflich ziehen, ohne sich vor ihrer eigenen bedrohlichen Macht und Privilegiertheit zu fürchten. Oder vielmehr, dass sich die Tat, wie Theorie gemacht wird, schleichend, aber fundamental gewandelt hat: Dass Theorie als Theorie der Dichotomien bedurfte; dass sie im Kern immer Meta-Theorie war, die das Jenseits der Akademie nichts unversucht lassen neu aufsuchte und besiedelte, die „wilden“ Terrains des Außen kolonisierte.