Margaret Sanger – Wikipedia

In der Anatomie wird der Begriff Depression auch gleichbedeutend mit „Senkung“ verwendet. In den psychoanalytisch begründeten Therapien gehts umso mehr darum, mögliche Konflikte aufzudecken und aufzulösen, die zur Depression geführt haben könnten. Auch Marcus Grotian, Bundeswehr-Hauptmann und Vorsitzender des „Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskräfte“ in Potsdam, hat unterschrieben: „Hier geht es nicht darum, ob jemand keine zehn euro kriegt, die ihm zustehen, sondern ob er hinterher tot ist“, sagt er der ARD. Schon nach dem Abzug aus Kundus 2013 warfen Kritiker der Regierung vor – obwohl sie rund 800 Ortskräfte in Sicherheit brachte – viel zu viele allein gelassen zu haben. Eine „Initiative unterstützende Maßnahme der Aufnahme afghanischer Ortskräfte“ – angestoßen auch weil von Afghanistan-Kenner Thomas Ruttig – hat mittlerweile über 100 Unterzeichner gefunden, darunter namhafte Politiker und Ex-Generäle. Unbürokratisch heißt: Die Beschränkung auf Ortskräfte, die die letzten zwei Jahren für die Bundeswehr tätig waren, muss aus Sicht der Initiative fallen. Bei rund 520 Personen dürfte die Zahl derer liegen, die aktuell noch einen Arbeitsvertrag bei der Bundeswehr haben oder einen solchen in den vergangenen zwei Jahren hatten.

Ich möchte nicht unbedingt zutreffen bekommen, was ich zu tun habe, sondern abwägen können und dann selbst eine Entscheidung treffen. Ende November 2020 durfte ich an einem Treffen teilnehmen, dass die ARD-Spitze arrangiert hatte, um auf eine Petition von Bastian Barucker zu reagieren. Barucker erzählte zunächst von monatelangen Recherchen und davon, wie sehr sich seine Ergebnisse von dem unterschieden haben, was er im öffentlich-rechtlichen Rundfunk fand. Barucker hat nicht angeklagt. Jetzt ist es auch sollte, nach passender Unterstützung zu suchen, wie einen Nichtraucherkurs, Ratgeber oder Hilfe aus dem persönlichen Umfeld. Dieser Trend wird verstärkt durch ressourcenstarke Akteure, die nach öffentlicher Legitimation suchen, den Imperativ der Aufmerksamkeit internalisiert haben und es deshalb schaffen, entweder für positive Berichterstattung zu sorgen oder Berichterstattung zu verhindern. Wie sehr die Gleichsetzung von Virus und Maßnahmen inzwischen von vielen internalisiert worden ist, habe ich bei der Evaluation meiner Wintervorlesung im Februar 2021 gesehen. Im Dachgeschoss auf meiner Liste: Transparenz (offenlegen, wie die Inhalte entstehen und wie sie verbreitet werden), Perspektivenvielfalt (ein Punkt, der bei der Rekrutierung für den Beruf beginnt) und Reflexion (wer schreibt oder sendet hier und wem könnte das auf dem Zahnfleisch gehen nutzen). Der Bezug auf wissenschaftliche Expertise ist so richtig wie begründet, aber in Anbetracht der Tatsache der Tiefe der Maßnahmen bedarf es hier deutlich mehr Transparenz.

Der Finanzmarkt ist wichtiger als das Klima, der Terrorismus ist wichtiger als Transparenz im Netz, die Gesundheit aller ist wichtiger als meine ganz persönliche Freiheit, veröffentlichen zu dürfen, was ich für richtig halte. Ich hoffe, dass Ulrich Beck hierbei Wissen heutig ein Verb ergänzen würde: Staatliche Autorität kann Risiken auch erzeugen, wenn die Leitmedien mitspielen. YouTube löschte willkürlich Kanäle und Videos, Facebook entfernte Inhalte, Instagram sperrte Accounts (Michael Wendler, Attila Hildmann), und selbst ein US-Präsident wurde auf einmal von seinen Followern auf Twitter getrennt. Was irgendwo im Internet steht (auch auf Twitter oder Instagram und selbst mit tausend Likes), wird erst dann zur Realität, die niemand ignorieren kann, wenn es in die Leitmedien springt.

Nahen die Rekrutierung, die Zusammensetzung und die Strukturen in den Redaktionen der Leitmedien, ihre engen Verbindungen zu Entscheidungsträgern in den schon genannten sozialen Funktionssystemen sowie die starke Orientierung am eigenen Berufsstand, die durch digitale Plattformen wie Twitter noch einmal verstärkt worden ist. Wir brauchen größere Redaktionen und dort auf jeden Fall mehr Diversität und Autonomie. Wo es um Geld geht (wie in kommerziellen Verlagen), werden die Redaktionen vom Imperativ der Aufmerksamkeit regiert und von einem Sparzwang, der die Abhängigkeit von offiziellen Quellen noch größer macht, als sie ohnehin seit Anbeginn war. Dieses Versprechen wird von einer Medienrealität ad absurdum geführt, die den Imperativ der Aufmerksamkeit bedient und von medialisierten Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder Wissenschaft auch deshalb geprägt werden kann, weil der Journalismus durch seine Produktionsroutinen auf offizielle Quellen angewiesen ist, so oft nur den Elitendiskurs spiegelt (vgl. Bennett 1990) und zurückgepfiffen wird, wenn doch einmal etwas anderes durchrutscht. Die Experten, auf die sich seine Quellen stützen, wurden diffamiert. Zitat: »Die öffentlichen Medien stützen sich nicht nur immer auf die gleichen wissenschaftlichen Expertinnen und Experten, sondern auch die Exekutive argumentiert mit Experten und stützt sich auf diesen Kreis.